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Tech 30. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Coinbase x Pokémon

Coinbase hat vorgestern einen Ausblick auf seine Zukunft gegeben und erweitert sein Portfolio auf den ersten Blick doch recht unkonventionell. Denn wie die Überschrift schon vermuten lässt, wird man zukünftig nicht nur Krypto dort traden, sondern auch digital Pokémon-Packs öffnen können. Wer wissen möchte, wie das aussieht, was bekannt ist und warum ich es cool finde, aber auch ein bisschen skeptisch bin, dem empfehle ich den folgenden Artikel.

Coinbase selbst bezeichnete sich unter dem Ankündigungs-Tweet als die "Everything Exchange" und ich glaube, besser als mit diesem Begriff könnte man die aktuelle Strategie nicht beschreiben. In der gestrigen Ankündigung heißt es:

Rip packs on your phone.
Every pull backed by a real, physical card.
Vault it or ship it.

Frei übersetzt heißt das, dass hinter jeder digital gezogenen Karte eine echte, physische Karte steckt – anders als bei Pokémon TCG Pocket App von The Pokémon Company. Anschließend hat man die Möglichkeit, die Karten einzulagern oder sie sich zusenden zu lassen. Ich gehe sogar davon aus, dass man die Karten irgendwie traden kann, denn auf die Anmerkung eines Users unter dem Tweet, dass Pokémon-Karten jetzt auf der Blockchain sind, antwortete der Coinbase-Account nur "you get it". Das könnte bedeuten, dass digital festgehalten wird, wem welche Karte zugeordnet ist, und dass sich diese Zuordnung übertragen lässt. Ob daraus tatsächlich eine Handelsfunktion wird, ist aber noch reine Spekulation meinerseits.

Das Konzept finde ich wirklich cool. Auch der Ansatz, diese eine Plattform zu werden, auf der man Assets jeglicher Art traden kann, hat einen gewissen Charme – egal, ob es um Sammelkarten oder künftig um ganz andere Dinge geht. Allerdings glaube ich auch, dass der sowieso schon extrem aufgeblähte Markt für Karten dadurch noch verrückter wird und ich sehe noch ein paar offene Punkte, die Coinbase vielleicht zu gegebener Zeit aber auch noch thematisiert. Zum Beispiel können Karten durch eine hohe Grading-Bewertung enorm an Wert gewinnen. Dafür müssen sie möglichst frei von Druck- und Verarbeitungsfehlern sein und nach dem Öffnen natürlich auch extrem vorsichtig behandelt und gelagert werden. Des Weiteren stellt sich mir die Frage, ob das Feature weltweit verfügbar sein wird. Und falls die Karten aus einem Nicht-EU-Land verschickt werden: Wird Vater Staat bei der Einfuhr in die EU auch wieder die Taschen aufhalten?

Sobald das Feature live geht (und bei uns verfügbar ist), werde ich aber auf jeden Fall mal in ein digitales Pack investieren – ich halte euch auf dem Laufenden.