Clair Obscur: Expedition 33 war für mich eines dieser Spiele, die mir noch mal gezeigt haben, warum ich dieses Hobby beziehungsweise Videospiele einfach liebe. Und auch meine (J)RPG-Müdigkeit konnte dieses – in meinen Augen – Meisterwerk ein Stück weit heilen.
Story (Spoilerfrei)
Die Story von Clair Obscur trumpft schon im Prolog richtig auf. Wir starten in Lumière, einer Stadt mit Pariser Anmutung, die vor 67 Jahren aus einem Ereignis namens „Bruch“ entstanden ist. Zusammen mit diesem „Bruch“ erschien auch ein riesiger Monolith in der Ferne, auf den jedes Jahr eine riesige Malerin (ja, eine berghohe Malerin malt auf einen Monolithen) eine Zahl zeichnet, beginnend bei 100.
Das Fatale daran: Jedes Jahr an einem festen Tag, bekannt als die „Gommage“, reduziert die Malerin die Zahl um eins und alle Bewohner von Lumière in diesem Alter (oder älter) sterben.
So weit, so verwirrend. Da sich die Bewohner ihrem Schicksal aber nicht ergeben wollten, starteten sogenannte Expeditionen in Richtung des Monolithen, um die Malerin aufzuhalten und dem Sterben ein Ende zu bereiten – bisher nur leider 67-mal komplett erfolglos.
Aber exakt auf eine solche Expedition – die namensgebende 33. Expedition, um genau zu sein – begeben wir uns jetzt im Spiel, denn alles wird anders dieses Mal.
Angeführt von Ingenieur Gustave und gemeinsam mit seinen Forschungspartnerinnen Lune, Sciel und Sophie sowie seiner Adoptivschwester Maelle (und ein paar nicht nennenswerten Nebendarstellern), geht es also los. Und was soll ich sagen: Ab da hittet der Shit mal so richtig den Fan, aber da würde es mit den Spoilern schon anfangen.
Aber alles in allem ist die Story einfach nur eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit extrem traurigen Momenten, aber auch einfach witzigen Momenten, Verlusten, Sinnfragen – es ist einfach alles dabei.
Gameplay
Das Gameplay ist für mich auch extrem überzeugend. Es checkt für meinen Geschmack einfach alle Boxen, die ein gutes (J)RPG haben muss.
Es gibt mir ein Ability-System, das mich an eines meiner absoluten Lieblingsspiele, Final Fantasy IX, erinnert, ohne dabei so komplex zu werden, dass man keine Lust hat zu variieren und neue Builds auszuprobieren.
Das Kampfsystem hat eine aktive Komponente. Das heißt, ich drücke nicht nur stumpf auf „Attacke“, sondern muss aktiv blocken, springen etc. Es gibt jede Menge Secrets auf der Overworld, optionale Bosse, ganze optionale Dungeons und ich kann mein Team frei bestimmen, ohne dass sich manche Charaktere wie Trash anfühlen. Es ist einfach herrlich.
Auch hier: vollumfängliche Zufriedenheit.
Grafik
Ich fand das Spiel schön. Punkt.
Es gibt wirklich abwechslungsreiche Areale, die Overworld ist hübsch mit ihrem Tilt-Shift-Effekt, und es gibt nette gerenderte Zwischensequenzen (wenn auch für meinen Geschmack ein paar zu wenige). Auch hier habe ich nichts zu meckern.
Sound
Der Soundtrack … ui ui ui.
Dass ich mal zu französischer Musik jamme, hätte ich selbst nicht für möglich gehalten, aber das passt so perfekt in dieses Spiel. Ach, du heiliger Croissant.
Hört einfach mal selbst: